Und noch ein Gedicht

„Als ich noch klein war, da war ich nicht groß“ Diesen Satz sagte ich mal als Kind zu meinem Großonkel und ich glaube, das hat mich sehr geprägt.

Der Onkel meiner Mutter hatte enorme Ähnlichkeiten zu Heinz Erhardt. Nicht nur äußerlich, auch im Wesen. Er brachte uns Kinder, sowie die Erwachsenen mit seinen Scherzen stets zum Lachen. Seine Gedichte auf Geburtstagskarten ließen uns nachdenken.
Meinen Eingangssatz sprach ich einst so vor mich hin. Ich war vielleicht acht oder neun Jahre alt. Da sagte mein Großonkel: „Der Heinz Erhardt hätte das nicht besser sagen können.“ Die kleine Kathrin war stolz, mochte sie den Komiker doch sehr. Und ich mag ihn noch heute.
Ob witzig oder besinnlich, ob Kalauer oder intellektueller Humor; es spricht mich an. Seine Vierzeiler veranlassten mich vor langen Jahren dazu, mir in der Bücherei Werke der großen Dichter und Denker auszuleihen. So begann ich, neben Tagebüchern auch Bücher mit für mich schönen Poemen zu führen und schrieb meine ersten lyrischen Zeilen.
Ich muss gestehen, da kamen nicht viele Kladden zusammen. Es fällt mir schwer, mich einfach hinzusetzen und zu dichten. Doch an Geburtstagen oder anderen großen Ereignissen, da kommen mir Zeilen für die ereignisreiche Person in den Kopf und schnell sind sie zu Papier gebracht.

Mein Opa fragte mich zuweilen, mit welcher der elterlichen Familien ich mich mehr verbunden fühle. Meine Antwort war: „Ich bin gut gemüscht!“ So auch in meiner Art zu schreiben. Während mein Vater der große Wortspieler ist, liegt meiner Mutter das Schreiben von Geschichten oder gedankenvollen Briefen. Beide Eigenschaften haben sie mir vererbt oder ich mir angeeignet.
Auch meine Kinder haben ein geeignetes Potential für gute Literatur. Mein Sohn reimt sich zwar mehr zusammen, als dass er dichtet, doch meine Tochter besitzt bereits mit ihren neun Lenzen ein kleines Buch, in welchem sie ihre Lyrik aufschreibt. Immer öfter bekommen wir Einladungen zu ihrem eigenen „Poetry Slam“. Das Wort hat sie einstmals beim Belauschen eines Gespräches mit meiner Freundin aufgeschnappt und als merkenswert befunden.
Mein Großer führt ein Tagebuch im Stile des guten Greg. Das darf ich selbstredend  nicht lesen – und käme auch nie auf die Idee – doch gelegentlich zeigt er mir seine Niederschriften. Ich bin erstaunt über seinen Witz, er hat sich viel vom Opa abgeschaut. Wobei ich da aufpassen sollte, denn mein Vater ist oft in seinen Wortgedanken alles andere als jugendfrei.

In meinem Plan für diesen Blog steht schon lange die Rubrik „Gedichte“. Allerdings ist mein Reimgut in erster Hinsicht wenig und meist dann doch viel zu persönlich. Mal schauen, wie es kuckt. Ich wage wieder mal den weiten Weg und gehe in mich…und das besinnlich.

In diesem Sinne, ein kleiner Vers aus meinen Fersen…

Wenn du denkst, es geht dir schlecht,
 setz dich einfach nieder.
Schreib Gedanken auf – zurecht.
Das Gute kehrt dann wieder.

Und kehrst du selbst mit besserer Laune
ein in neue Sphären.
Wehr dich nicht, schau hin und staune,
es lohnt sich, dich nicht gegen Kummer zu wehren.

Gehabt euch wohl!

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