Machen wirs kurz…
Oder wie ich zu langen Hosen an den Kragen gehe

Wenn man durchschnittlich hoch und überdurchschnittlich breit gewachsen ist, dann kann es schon mal Probleme beim Hosenkauf geben. Entweder sind sie zu kurz oder zu lang, wobei ich mich lieber für die letzere Variante entscheide, denn Hochwasser mag ich nicht.
Ich trage fast ausschließlich Jeans und da sieht es nicht gut aus, wenn die Naht an den Füßen einfach weg ist. Stoffhosen kann ich kürzen, aber den Saum wieder an eine Jeans nähen ging einst in die Hose.
Bis vor zwei Jahren ließ ich Beinkleider von meiner lieben Nachbarin ändern. Diese machte das gerne für mich, wusste aber über mein eigenes Nähen Bescheid und wer eine grade Naht nähen kann, der kann auch Kleidung ändern – ja?
Die Gute zeigte mir einen leichten Weg, mich selbst an die Sache zu wagen, ohne etwas vom Stoff abzuschneiden. Das heißt: geht es schief, kann ich es grade richten.

Mieses Wetter veranlasst mich immer dazu im Haus zu bleiben. Ich weiß, es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung…bei grau in grau und nass in nass gehe ich einfach nicht gerne vor die Tür. PUNKT!

8

Dann setze ich mich lieber an die Nähmaschine. Oder ich schreibe, manchmal mache ich beides.
Meine kürzlich neu bestellte Hose war überhaupt einfach zu lang. Das sollte sich gestern ändern.

2

Zuerst wollte ich sie zurück schicken, da sie sehr weit ausgestellt ist, was die Änderung erschwert. Ich bin ein Kind der 70er, ich mag Schlag! Und Blumenblusen! Und Gänseblümchenkränze!

Doch die Hose gefiel mir ansonsten so gut. Am Bauch sitzt sie perfekt, rutscht nicht, presst aber auch nicht mein Hüftgold aus allen Seiten – kurz gesagt: sie hat den maßgeschneiderten Mogelschnitt für mich…wenn ich nur fünf Zentimeter größer wäre.
So steckte ich um, nähte einmal locker drüber, um zu sehen, ob das funktionieren könnte. Und siehe da, es klappte. Lockere Naht wieder aufgetrennt  – ja, ich mach das gerne…so gerne wie Rosinen essen. Wer mich kennt, weiß was ich meine. Nochmal drüber gebügelt und mich an die saubere Arbeit gemacht!

Die Hose bleibt auf rechts und wird in der zu kürzenden Länge umgeschlagen. Der Originalsaum misst noch etwas einen Zentimeter, deshalb sollte man diesen auch noch dazu schlagen. Wobei ich das meistens mit Absicht vergesse und es bisher dann immer gepasst hat.
An den Innen- und Seitennähten stecke ich fest, damit sie aufeinander bleiben. Bei dem Rest ist es besser, wenn man mit der Hand immer wieder mal den Stoff grade rückt. Mit etwas Näherfahrung weiß man, was gemeint ist, sobald eine wuselige Stelle kommt.

3

Mit einem Gradestich wird nun knapp am Saum entlang genäht.

4

Das macht man mit beiden Beinen. Danach wird gebügelt und anprobiert. Ich konnte mich nicht für ein Bild entscheiden, habe beide mit zwei verschiedenen Socken genommen. Und mir gedacht, dann sieht man eben mal bei einem Bild die Fußnägel durchschimmern . „In jedem Strumpf hat sie ein Loch, aber geheiratet hat se doch!“

5

8

Nur bei genauerem Hinschauen erkennt man die Schummelei…und schwarze Fädchen bemerkt man erst nach dem Brille putzen. Lassen wir das ;)

7

Wenn die Hosen dann ein paar Mal gewaschen sind und in der Länge standhalten, dann schneide ich innen den Überschuss zurück und versäubere es. So fällt alles hübscher – wie eine Jeans eben.

In diesem Sinne:

Was nicht passt, wird passend gemacht.

Und zwar so simple wie einfach!

Gehabt euch wohl!

Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.