Der Witz des Lernens

Heute gibt es einen Beitrag aus unserem Hause…eine Homestory sozusagen.

Fangen wir mal mit einem Bild an. Ich nenne es: „Unsere Kater haben das Sagen“… Bürostühle besetzt, muss ich mir wohl eine Alternative suchen. Katze müsste man sein…

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Eigentlich geht es hier aber um die Sprache. Mein Blog soll ja ein Schreibblog sein, das habe ich die letzte Zeit etwas vernachlässigt.

Seit letztem Sommer geht unser Sohn auf die weiterführende Schule. Ich selbst sehe uns im Glück, eine sehr gute Gesamtschule in der Nähe zu haben, die mit allen Schulen im Umkreis zusammen arbeitet. Dadurch haben meine Kinder Zeit, sich für einen Zweig zu entscheiden.
Mittlerweile versteht mein Sohn die Bedeutung meiner Warnung: „Du musst jetzt schon das Lernen lernen. Die Grundschule ist Larifari gegen das, was noch kommt.“ Am Anfang fiel es ihm schwer zu lernen, mittlerweile hat er sich (noch) ganz gut um Griff…und ich mich ebenso, denn auch ich musste mich erstmal umstellen…

Im Deutschunterricht heißt es im Moment: Verben zeitlich zu konjugieren, Nomen zu deklinieren. Und ich dachte, ich könnte das.
Letzte Woche saß mein Großer fluchend und fast heulend in seinem Zimmer. „Ich raff das nicht!“ So setzten wir uns zusammen, schauten uns die Kasus an – ja, die Mehrzahl von Kasus ist Kasus, hab ich extra nachgeschaut – und stellten uns Satz für Satz die Fragen: „Wer oder was?“ „Wessen?“ „Wem?“ und „Wen oder was?“ Klingt nicht schwer. „Man kann das an den Endungen erkennen! Du musst nur die vier Fälle mit den Fragen auswendig lernen. Das ist total einfach. Keine Sorge, schaffst du!“
Wir lasen den Text. Ich muss gestehen, ich fragte mich ehrlich, warum zum Lernen einer solch wichtigen Sache ein Text genommen wird, in dem ein Kind mit unaussprechlichem Namen durch unbekannte Wüsten wandert, um Wasser zu finden. Da war ich nicht die einzige. Es gab tatsächlich Eltern, die dem Lehrer eine kleine Notiz über ihre Empörung schrieben. Der Lehrer nahm es an, in der nächsten Hausaufgabe ging es um Paul und Lisa.
So, Hausaufgaben erledigt, Kind einigermaßen glücklich. Am nächsten Tag kommt das selbe Kind noch glücklicher nach Hause und lacht mich aus. „Mama, von sechs Sätzen hast du nur vier richtig gemacht.“ Genau…ich – Haha! Witziger fand ich den Spruch vom Deutschlehrer: „Ihr seht, euren Eltern fällt das auch schwer!“ Der Sohnemann war wohl nicht der einzige, der keine fehlerfreien Hausaufgaben hatte.

Verben konjugieren fällt uns beiden da schon leichter. Glücklicherweise lernt unsere Mamsell zur Zeit auch das Beugen der einfachen Verben, so haben wir lustige Lernnachmittage mit der ganzen Familie – dem Holden tut es nämlich auch gut, ein bisschen Deutsch mitzulernen.
Das Tochterkind hatte diese Woche die Aufgabe, im Buch vorgeschriebene Verben zu konjugieren. Zuerst lag das Augenmerk darin, die Worte richtig abzuschreiben. Dann kam die Diskussion…
Verb: schneien! Ich schneie, du schneist, er/sie/es schneit, wir schneien, ihr schneit, sie schneien… Klingt witzig? Finde ich auch. Hier macht man das, was im Buch steht und weist die Lehrer darauf hin, einen Fehler gefunden zu haben. So gewann am Ende ich und meine Tochter beugte sich widerstrebend meiner erzieherischen Autorität und flektierte das Verb schneien…als eine der Wenigen aus der Klasse. Manche Eltern sagten dem Kind, das soll sicher schneiden heißen, andere waren der Meinung, es sei ein Test, ob das Kind nachdenkt und ließen nur „es schneit“ schreiben. Die Lehrerin gab allen Kindern ein Sternchen, jedes hat für die Aufgabe eine logische Lösung gefunden. Welche richtig war, konnte sie auch nicht erklären.

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Um wirklich alles richtig zu machen, sollte man die Sprache studieren.

In diesem Sinne

Man lernt erstens tatsächlich für’s Leben und zweitens nie aus!

Gehabt euch wohl!

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