Die Fotografie
…oder mein anderes Hobby

Bei den einen war früher mehr Lametta, bei mir war mehr Zeit. Wobei das nicht ganz stimmt. Ich habe heute viel Zeit, nur weniger Ruhe. Eltern von Halbwüchsigen wissen sicher, was ich meine. Hat man stets die kleinen Kinder beaufsichtigt und beschäftigt, fährt man sie als Halbwüchsige täglich und zu jeder Zeit herum.

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Als die Kinder kleiner waren, hatten sie feste Schlafenszeiten – sowohl am Nachmittag als auch am Abend. Damit blieb mir mehr Freiraum, mich an der Fotografie zu probieren. Nebenbei nähen, obwohl der Nachwuchs umherspringt, fällt mir nicht schwer. Aber fürs Ablichten brauche ich meine Ruhe, meine Zeit. Wenn ich einen Lauf habe, dann habe ich einen Lauf und möchte nicht einfach mal schnell einen Wunsch meiner Lieben erfüllen.

Nun bin ich kein Mensch, der ständig und überall mit der Kamera herumläuft. Mein Handy habe ich dabei, um ein schnelles Foto zu machen. Das muss reichen. Doch meine Augen habe ich immer offen und wenn ich etwas Schönes sehe, dann speichere ich das in meinem Kopf und besuche es bei passender Gelegenheit…mit meiner Nikon D5100. Ja! Ich gehöre zu der Nikonfront, mein Holder zu der Canon. Es macht einen Heidenspaß,  aus gleicher Perspektive Bilder zu schießen, um anschließend zu schauen, welche besser sind. Meine natürlich…haha.

Egal was ich mache, ich bin sehr experimentierfreudig. Dabei brauche ich nicht einmal das Beste vom Besten. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann versuche ich es mit meinen Mitteln umzusetzen. Da habe ich früher sogar schon Sonntags Kuchen ohne Ei gebacken, bevor es Veganer gab. Mir war nach Kuchen…so!
Ebenso erging es mir in 2008 mit der Fotografie. Damals besaßen wir lediglich eine Casio Digitalkamera, immerhin mit manueller Funktion, aber ohne Stativ.
Wenn also die Kinder schliefen, baute ich mir meine vorgestellten Situationen auf und fotografierte einfach drauf los; meist mit der Voreinstellung „Essen“. Da erhielt man die schönsten Farben…

Eine sehr kleine Auswahl meiner Lieblingsfotos:

Statt Tageslichtlampe nahm ich mir damals eine LED-Taschenlampe zur Hilfe:

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5

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Was man mit Saft und Kaugummi nicht alles anstellen kann:

saft_4saft_3

orangewoman

 

Im Mai 2009 gab es bei denen, die nicht blöd sind, eine Nikon 400d im Angebot.  Es dauerte eine ganze Weile, bis ich das System überhaupt verstanden hatte. So einfach, wie mit der kleinen Casio war es nun nicht mehr.  Allerdings wäre ich nicht ich gewesen, wenn ich nicht einfach ausprobiert hätte.

Eins meiner ersten Insektenfotos war ein Volltreffer ;)

26.05.2009_2

Die anderen wurden auch nicht schlecht:

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Als ich so einigermaßen die Sache mit der Blende, der Verschlussgeschwindigkeit, ISO und Weißabgleich verstanden hatte, war ich verwirrt und konzentrierte mich lediglich auf Blende und Verschluss, der Rest geht ja automatisch. Ich belichtete über, ich belichtete unter, ich belichtete lang, dann wieder kurz…und das mit großer Freude und wachsendem Spaß.

lights
lights_2

auto_3
auto_2
auto

love
hot
love_2

Irgendwann hatte ich ein Ziel vor Augen: ich wollte den Mond fotografieren.
Das klappte natürlich nicht auf Anhieb, forderte mich aber heraus…

Ich mag diese Verschiebungen auf Mondbildern sehr!

schlecht

Folgendem Bild habe ich mit PI dem Mond seine Krater gegeben.

mond_PI

Und dann kam der Tag – oder besser die Nacht – im November 2009. Ich knipste ein ordentliches Bild mit dem Mond als Motiv. Noch heute erinnere ich mich an das Gefühl, als es das erste Mal klappte…mit einer Nikon, deren niedrigste ISO-Einstellung 200 war…oder ist das die höchste??? Ich habe mich nie mit technischen Details befasst, weiß nur, wie ich was bei welchem Licht einstellen muss.

mond_1

Was ich nun schreibe, tut mir heute noch in der Seele weh. Obwohl ich immer die Möglichkeit hatte, habe ich in 2009 nicht einmal unsere Bilder gesichert. Wie das Leben so spielt, fiel mir an einem Tag der Laptop zu Boden. Der Holde ist Softwarespezialist und schaffte es, einige Dateien zu retten, doch die Bilder waren futsch…deswegen habe ich von meinen vielen Experimenten lediglich noch ein paar wenige Erinnerungen: jene Bilder, die ich verkleinerte und in meinem damaligen Blog veröffentlichte. Das erklärt auch die verschiedenen Schriftarten meines Zeichens. Ich bin mehr als froh, dass ich damals schon gebloggt habe.

Seit ein paar Tagen nehme ich meine Kamera wieder mehr zur Hand. Eigentlich wollte ich mit diesem Beitrag meine neusten Bilder vom Mond und meine Nachtexperimente zeigen. Nach dieser bisherigen Bilderflut habe ich mich just in diesem Moment entschieden, einen weiteren Beitrag darüber zu verfassen.

Wie beim Lesen alter Schriftstücke, habe ich beim Durchsuchen der Bilder so viele schöne Eindrücke entdeckt, die mir nie im Gedächtnis geblieben sind. Es zeigt sich wieder, dass man manchmal ein paar Tage, Wochen oder Jahre ins Land gehen lassen sollte, bevor man die Entscheidung trifft, etwas sei schlecht.

In diesem Sinne:

Bilder sind eine Momentaufnahme, die ein ganzes Leben lang die Erinnerung festhalten.

Gehabt euch wohl!

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