Eine Backfee bin ich nicht

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Es fängt schon damit an, dass ich beim Backen immer so ein Chaos veranstalte.

Meine erste Backerfahrung machte ich mit zehn Jahren. Da buken wir Kinder unserer Mutter einen Muttertagskuchen – Fertigmischung Rotwein. Den gibt es heute glaube ich gar nicht mehr. Das Ergebnis waren Krümel…und ich meine Krümel! Sie wurden gegessen.
Mit sechzehn wollte ich meinem Vater eine Freude machen und fertigte meine erste Torte an. Schwarzwälderkirsch, sein Lieblingskuchen. Ich sehe mich noch heute in der Küche sitzen und mit meiner damals besten Freundin Melle telefonieren, während ich schmierte und verzierte. Äußerlich war der Kuchen krumm und schief, geschmacklich noch heute die beste Schwarzwälder, die mein Papa je gegessen hat.
Als ich von zu Hause auszog, war ich mega stolz, wenn ich zu meinen Geburtstagen Fertigmischungen gebacken habe.

Zum ersten Geburtstag meine Sohnes, plante ich den Gummibärchen-Kuchen, den meine Mama schon für uns immer machte. Eine Philadelphia-Creme mit Wackelpudding über Bananen.
Grün  für den Sohnemann:

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Rosa für die Mamsell:

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In 2008 wollte ich etwas Besonderes für meine Kinder und begann mit Mottokuchen. Seither backe ich jedes Jahr je nach Vorlieben meiner Kinder einen Kuchen – und jedes Jahr frage ich mich warum, denn wie ich es mir vorstelle, wird es nie.

Hier waren Autos noch beliebt. Wir haben die größte Cars-Sammlung, die es gibt. Gelegentlich wird damit noch gespielt. Lightning McQueen…die Worte des Masters waren damals: „Ooooooh wie söööööön! Mack!“ Na dann…

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Im Jahr darauf begann mein Großer sich für die Welt zu interessieren…

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Danach zog König Fußball ein.

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Nur in 2011 war das Interesse an Feuerwehrautos größer.

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Und wieder Fußball…

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Wie ihr seht, alles endet nicht wirklich schön, doch wenigstens eßbar.

Meine Mamsell bekam ihren ersten Kuchen in 2009. Sie liebte die Geschichte vom Froschkönig. Das kleine Buch, welches ich jeden Abend vorlesen musste, kann ich heute noch auswendig.

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Mit vier Jahren liebte mein Mädchen das „Schneemädchen“. Mein erster Prinzessinnenkuchen entstand.

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Rapunzel…

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Zwei Jahre musste es Arielle sein

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Mein liebster Kuchen war in 2014 die Eiskönigen – auch mein Lieblingsfilm. Das Besondere in diesem Jahr: die gewünschten Figuren gab es noch als Zusatzgeschenk.

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Im letzten Jahr wurden Pferde interessant und zum ersten Mal arbeitete ich einfach mit weißer und dunkler Schokolade…

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Dies brachte mich dann auch auf die Idee, meinem Patenkind letzten Sonntag einen besonderen Kuchen zur Konfirmation zu backen. Der einfachste und gelingsichere Schokokuchen, verziert mit Konfirmationssymbolen und als Highlight plante ich „Zur Konfirmation“ und Datum als Schrift. Plante! Ganz genau. Meine Vorstellung vertrug sich nicht mit der Realität und so endete die Geschichte in der absoluten Katastrophe…

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Ich weinte, ich motzte, schrie mehrmals das Wort mit „Sch“. Mit Zahnstocher versuchte ich, die Schokolade an ihren Platz zu bringen. Ich weinte noch mehr. In Trance fuhr ich zum Supermarkt, kaufte das erste Mal Fondant und begann zu retten, was zu retten war. Stolz ist anders, doch am Ende war ich erleichtert wenigstens ein bisschen von dem erhalten zu haben, was ich mir so schön erträumt hatte.

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Und das Wichtigste: der Kuchen schmeckte sehr gut. Seit wir bei meiner Tochter auch eine Lactoseintolleranz entdeckt haben, backe ich Kuchen nur noch mit Soja oder mit lactosefreier Sahne. Es interessiert mich schon, warum meine trockenen Kuchen seitdem viel zarter, lockerer und leckerer sind. Die Grundzutaten sind ja die Gleichen geblieben.

Ich backe gerne, eine Backfee bin ich nun aber wirklich nicht. Eigentlich backe ich selten Kuchen, denn bei uns werden sie nicht immer bis nie aufgegessen. Hin und wieder kaufe ich Blätterteig und Apfelbrei, Streusel drüber, fertig. Auch sehr lecker.
Beim Backen wirke ich immer gestresst und meine Kuchen werden nie vor Mitternacht fertig. Jedoch weiß ich, wie sehr sich meine Kinder über ihre jährlichen Kuchen freuen. Und so bleibe ich einfach dran.

In diesem Sinne:

Egal wie es aussieht, hauptsache es schmeckt!

Gehabt euch wohl!

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