Feingeist

„Man brauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge“

Arthur Schopenhauer
(1788 – 1860)

Das Wort schön ist ein reines, eigenes Gefühl. Ich mag schöne Worte. Häufig gefallen mir Wendungen, die heutzutage niemand mehr nutzt. Dazu gehört auch Feingeist.
Ein Feingeist ist ein feinfühliger, empfindsamer Mensch, der auf schöne Dinge besonderen Wert legt. Ich weiß gar nicht mehr, wann und wie ich auf das Wort gestoßen bin. Es sprach mich an, traf auf mich zu und prägte sich ein.

Ich schreibe gerne! Mit Worten zu spielen, sie aneinander zu reihen oder sie gar zu verändern, sie neu erfinden, das gehört für mich zum Alltag. Gedankensplitter aufzugreifen und verfeinern oder Gedanken splittern und auf ganz neue Ideen kommen, betrachte ich als mein besonderes Talent. Das mag dünkelhaft klingen, meiner Meinung nach darf man allerdings gerne seine beste Eigenschaft hervorheben.

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Das Bild entstand während meines Fernstudiums. Die Aufgabe war es, in wenigen Sätzen zu schreiben, warum man nicht schreibt. Man sieht hier nur die ersten drei Gedanken, dafür die wichtigsten.
Es ist leicht, spontan zu sein. Damit meine ich, man redet frei heraus, was einem in den Kopf kommt. Das Gedachte zu Papier bringen fällt hingegen schwer – mir zumindest.
Meist denke ich, mir fehlt die Zeit oder ich habe nicht die Ruhe, die ich brauche. Das stimmt so nicht ganz, denn beides kann ich mir einfordern. Ich bin ein Mensch, ich habe Rechte! Mit Familie ist das natürlich nicht ganz einfach, aber machbar. Meine Ich-Zeit umzusetzen war nicht schwer. Man muss nur reden und es dann einfach tun.

Den dritten Punkt musste ich mir abgewöhnen. „Ich bin nicht gut!“ Woher das kommt, weiß ich nicht. Schon früher und auch heute noch bekomme ich häufig gesagt, wie gern man meine Briefe liest oder auch meine Geschichten hört.
Wenn ich schreibe, dann bin ich häufig nicht sofort von meinem Werk überzeugt. So habe ich viele Zettel in den Müll geworfen und gar noch mehr Worddokumente gelöscht. Dafür könnte ich mich heuer in den Arsch beißen.
Vor drei Jahren begann ich, alles aufzuheben. Erst jetzt im Dezember habe ich mir die Zeit genommen und einiges gelesen. Mit anderem Blickwinkel, denn manche Themen meiner Werke sind mir teilweise entfallen.
Mittlerweile lese ich gerne, was ich vor Jahren geschrieben habe. Oft bin ich überrascht, wie wandelbar ich bin; das liegt wahrscheinlich an der geistigen Verfassung, in der ich mich beim Schreiben befand.

Die letzten Tage habe ich viel meiner Zeit damit verbracht, den Blog visuell aufzuhübschen. Dabei habe ich ganz vergessen, warum er überhaupt existiert.
Hier möchte ich meine Schriften sammeln und der Welt da draußen zeigen, was ich kann und wer ich bin. Das Kleid der Seite gefiel mir doch schon im Dezember, dort schrieb ich, warum ich mich für das Schlichte entschieden habe. Und es gefällt mir so. Warum also Zeit vergeuden?

So aufi galoppi, husch husch!
Das Wichtige liegt hinter dem Busch.
Es ist an der Zeit es da hervorzuholen,
sonst wird es noch von anderen gestohlen.

 

Manchmal dichte ich auch ;)

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